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Mogelpackung für den Westerberg
GRÜNE: "Das würde eine Belastungsstraße, keine Entlastung"
Pressemitteilung vom 18. Februar 2009
Die GRÜNEN kritisieren die aktuellen Pläne der Verwaltung im Nordwesten der Stadt jetzt doch eine Umgehungsstraße zu bauen. Seit vielen Jahren sei über die Westumgehung diskutiert worden, die zwischen A1 und Wallring als Drittes eine Ringfunktion übernehmen könnte. Zuletzt war eine Lösung als Tunnel im Gespräch, die aber mangels Finanzierung nicht weiter verfolgt wurde. "Nun legt die Stadt eine Planung vor, in der die Westumgehung beschönigend 'Entlastungsstraße' genannt wird. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Belastungsstraße, die die Lärm- und die Luftbelastung erheblich erhöhen wird", kritisieren der Fraktionsvorsitzende Michael Hagedorn und der umweltpolitische Sprecher Volker Bajus.
Die Verkehrsplaner würden den faktischen Verkehrsdruck in diesem Gebiet als viel zu gering einschätzen. Bereits jetzt mache dieser auch nicht vor den bekannten Wohnstraßen halt und mache diese zu innerörtlichen Durchgangstraßen. "Die Gutachter nehmen eine Steigerung von 6.000 Fahrzeugen, also etwa 75 % an. Wir gehen von einer noch höheren Steigerung von über 100 % aus. Dabei unberücksichtigt ist der Schwerlastverkehr, der derzeit noch aus dem Stadtteil weitgehend ausgeschlossen ist", kommentiert Bajus das Gutachten.
Der mit der Westumgehung verbundene wachsende Druck auf Rheiner Landstraße und die Autobahnauffahrt Hellern seien seitens der Planer ungelöst. Die erhoffte Entlastungswirkung auf der einen Straße führe nur 400 Meter weiter zu erheblicher Mehrbelastung. Nutzungszuwachs, Tempo 50 und die geplanten Knotenpunkte würden eine massive Lärmkulisse mitten durch eines der meist genutzten Naherholungsgebiete schaffen. "Das ist stadtökologisch unverantwortlich und verkehrspolitisch völlig unausgegoren", so Bajus. Stattdessen sollte endlich am Westerberg aktive Verkehrslenkung betrieben und das vom gleichen Gutachter 2003 erstellte Konzept umgesetzt werden, so die Grünen abschließend.